|
Karl Veitschegger (November 2025) Wie sterben? Öfter als früher denke ich
an den Tod. An den Tod von mir geliebter Menschen. Aber auch an den eigenen.
Nicht nur, wenn Allerseelen ist. Ich weiß nicht, wie ich
sterben werde. Wie leicht oder schwer es mir fallen wird. Dankbar? Bange? Seit langem bewegt mich das
Wort aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke: „O Herr, gib jedem seinen
eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn
und Not.“ Wird alles, was ich geliebt
und aus Liebe getan habe, Reife und Erfüllung finden? Wird alles Misslungene und
Verwundete Vergebung und Heilung finden? Werde ich in meiner letzten
Stunde die Gnade des Vertrauens haben? Werde ich mein Ego
loslassen können? Unverkrampft ins „Nichts“ der Liebe Gottes fallen? In die unbegreifliche
Fülle des Seins? Ich hoffe. Ich vertraue. Ihm. Und was wird mit den
Menschen sein, die ich zurücklasse, die mich lieben, mich gernhaben oder
glauben, dass sie mich noch brauchen? Sie mögen getröstet werden.
Nichts Schönes geht
verloren. Alles ist in der ewigen Güte Gottes lebendig da — endgültig. Das glaube ich. Wie sterben? Seit vielen Jahren berührt
mich der letzte Satz in Joseph Roths Roman „Hiob“. Vom Sterben der Hauptfigur,
deren Lebensschicksal Roth mich miterleben lässt, heißt es: „Mendel schlief
ein. Und er ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder.“ Hm. So sterben, das wäre
schön … Zurück zur
Startseite von Karl Veitschegger Zurück zum
Menü „Artikel, Referate, Skizzen ..." Karl Veitschegger © 2025 |