Karl Veitschegger (2023)

 

15. Juni

 

Heiliger Vitus


 

Märtyrer

Er ist der Namenspatron meines Familiennamens. Vitus (oder deutsch Veit) stammte aus Sizilien und starb um 304 als Märtyrer in der Christenverfolgung Kaiser Diokletians. Der Legende nach wurde er in einen Kessel siedenden Öls geworfen. Seine Verehrung ist seit dem 5. Jh. bezeugt. 836 wurden Reliquien ins Kloster Korvey an der Weser gebracht, von wo sich sein Kult im ganzen deutschen Sprachgebiet ausbreitete. In Prag wurde im 10. Jh. zu seiner Ehre der berühmte Veitsdom erbaut, wo er als Patron Prags und ganz Böhmens verehrt wird.

 

Slawenliebling

Unter den Slawen war der jugendliche heilige Vitus (Svatý Vít) bald sehr populär. Im Zug der Christianisierung verdrängte er nämlich den ähnlich klingenden beliebten slawischen Lichtgott Svantovit. Auch in Österreich gibt es mehrere Orte namens St. Veit.

 

Patron für vieles

Vitus wurde früher gerne in verschiedenen Notsituationen um seine Fürbitte gebeten: bei dem nach ihm benannten „Veitstanz“ (Huntington-Krankheit), Epilepsie, Schlangenbiss, Tollwut, Brandgefahr, Gewitter usw. Im Volksglauben wurde er auch als Helfer gegen das Bettnässen angerufen – wohl deshalb, weil er mit einem Ölkessel dargestellt wird, der den früheren Nachtöpfen ähnelt: „Heiliger Sankt Veit, wecke mich auf zur rechten Zeit, nicht zu früh und nicht zu spät, damit nichts ins Bett reingeht.“ Auch das zweite Attribut, der Hahn, den er vom slawischen Lichtgott geerbt haben könnte, symbolisiert Wachsamkeit und rechtzeitiges Aufstehen.

 

Familienpatron

Mein Familienname hat mit der früheren Marktgemeinde Dorf Veitsch zu tun, in der seit 1215 eine dem heiligen Veit geweihte Kirche steht. Die Hohe Veitsch ist ein bekannter Berg (1981 m hoch) und von einem Veitschegg [Veitscheck] kommt mein Familienname. Meine ersten nachweisbaren Vorfahren namens Veitschegger sind ein gewisser Mathias und seine Frau Catharina, die 1635 ihren Sohn Rupertus taufen ließen.

 

Karl Veitschegger

 

 

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