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Karl Veitschegger (2024) Urban und der Wein Mit Tiara und Weintraube Man findet ihn in Kirchen, Weinkellern und
Gasthäusern abgebildet: den heiligen Papst Urban, leicht erkennbar an der
Tiara auf seinem Haupt und einer Weintraube in seiner Hand. Er wird in
unseren Breiten als Patron des Weines und der Winzer und Winzerinnen verehrt
(Gedenktag: 25. Mai). Urban lebte zur Zeit des Kaisers Alexander Severus,
leitete durch acht Jahre die Christengemeinde von Rom, bis er im Jahr 230
(vielleicht als Märtyrer) starb. Einer Überlieferung nach soll Urban
angeordnet haben, dass der Kelch für die Eucharistiefeier stets aus Silber
oder Gold sein müsse. Wie wurde er zum Weinpatron? Als Papst wird er zwar auch Wein getrunken haben,
zumindest wenn er die heilige Eucharistie gefeiert hat, aber sein
Wein-Patrozinium verdankt er einer Verwechslung mit einem anderen heiligen
Bischof gleichen Namens: Urban von Langres (gestorben um 375). Und schuld an
der Verwechslung ist der Wein. Heilige Verwechslung Denn dieser Urban von Langres (Gedenktag: 2.
April) soll sich vor seinen Verfolgern hinter einem Weinstock versteckt haben
und wird deshalb mit Weintrauben oder einem Weinstock dargestellt. Besonders in der Gegend um Langres wurde
dieser Urban als Patron des Weinbaues verehrt. In einer Zeit, als die
Menschen großteils Analphabeten waren, und sich auf bildliche Darstellungen
verließen, konnte es sehr leicht zu einer Verwechslung und in der Folge zu
einer Verdoppelung kommen. Der dritte im Bund Und dann gibt es noch einen dritten Weinheiligen
dieses Namens, den Mönch Urban aus dem siebten Jahrhundert, der im Neckartal
das Evangelium gepredigt und nebenbei auch den Württembergischen Weinbau
initiiert haben soll. Man hört, dieser St. Urban habe die Reformation gut
überlebt und sei auch ein „evangelischer“ Heiliger. Na dann, dreimal Prost auf die heiligen Urbani! Karl Veitschegger Zurück zur
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