|
Karl Veitschegger (2025) Thérèse von Lisieux
(1873–1897) – 1. Oktober Der kleine Weg Nicht
jeder ist zu großen Taten berufen. Die französische Karmelitin, die auch die
„kleine heilige Theresia“ genannt wird, sieht ihr Leben als spirituellen Weg,
der vor allem aus kleinen Gesten der Liebe im Alltag besteht: einem
freundlichen Wort, einem Lächeln, einem unbemerkten Dienst, einem stillen
Gebet ... Sie nennt das ihren „kleinen Weg“. Berufung zum Priestertum Sie
fühlt sich auch zum Priestertum berufen. In ihrer Autobiographie schreibt
sie: „Ich spüre in mir die Berufung zum Priester.“ Da ihr das nicht möglich
ist, findet sie zu dieser „Lösung“: „O Jesus, meine Liebe … Endlich habe ich
meine Berufung gefunden. Meine Berufung ist die Liebe!“ Im
Juni 1897, bereits schwer krank, sagt sie zu ihrer leiblichen Schwester
Celine, die auch Karmelitin ist: „Der liebe Gott wird mich in einem Alter zu
sich nehmen, in dem ich keine Zeit mehr haben werde, Priester zu sein … Wenn
ich hätte Priester werden können, hätte ich in diesem Juni die heiligen
Weihen empfangen. Was tat also Gott? Damit ich nicht enttäuscht wäre, ließ er
mich krank werden. Auf diese Weise konnte ich nicht dabei sein, und ich
sterbe, bevor ich mein Amt ausüben könnte.“ „Ich liebe dich“ Mit
24 Jahren stirbt sie an Tuberkulose mit den Worten: „Mein Gott …, ich liebe
dich!“ Eigentlich
war ihr „kleiner Weg“ gar nicht so klein. Er war nur unscheinbar. Auch durch
Zweifel angefochten, aber aufrichtig. Und genau das macht ihn so kostbar.
Papst Johannes Paul II. ernannte sie am 19. Oktober 1997 zur Kirchenlehrerin. Karl
Veitschegger Das erste Zitat oben („Je me sens la vocation de prêtre“) findet
sich in ihrer Autobiographie Histoire d'une âme, Manuskript B, und
das zweite Zitat ist eine Äußerung, die sie auf ihrem Sterbebett in der
Krankenstation des Karmels von Lisieux gegenüber
ihrer leiblichen Schwester Céline (Schwester Genoveva vom Heiligen Antlitz)
machte. Céline hielt dieses Gespräch in ihren Erinnerungen fest, welche
später im offiziellen Selig- und Heiligsprechungsprozess (Procès
apostolique) protokolliert wurden. Der franz. Wortlaut: „Le bon Dieu va me prendre à un âge où je n'aurais pas le temps
d'être prêtre... Si j'avais
pu être prêtre, ce serait
à ce mois de juin, à cette ordination que j'aurais reçu les saints ordres. Eh bien, afin que je ne
regrette rien, le Bon Dieu permet
que je sois malade, je n'aurais donc pas pu m'y
rendre et je mourrai avant d'avoir exercé mon ministère.“ Zurück zur
Startseite von Karl Veitschegger Zurück zum Menü „Meine Artikel, Referate, Skizzen ...“
Karl
Veitschegger © 2025 |