Karl Veitschegger (2025)

 

Die heiligen Rupert und Virgil – Fest: 24.September

 


 

Ein Wormser und ein Ire

Rupert zog von Worms als Missionsbischof nach Bayern und in das heutige Österreich. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts gründete er in Salzburg das Kloster St. Peter, das zugleich sein Bischofssitz wurde. Er starb am 27. März um das Jahr 718 und wurde in St. Peter bestattet. Zwar wurde Rupert nie offiziell heiliggesprochen, seine Verehrung wurde jedoch später von der Kirche anerkannt.

Der um 700 geborene Mönch Virgil kam als gelehrter Glaubensbote aus Irland. Im Jahr 745 berief ihn Herzog Odilo von Bayern zum Abt von St. Peter und zum Bischof von Salzburg. Die Bischofsweihe empfing Virgil allerdings erst zehn Jahre später, da der heilige Bonifatius, sein innerkirchlicher Gegenspieler, seine Ernennung ablehnte.

 

Konflikt zwischen heiligen Männern

Bonifatius, der große „Apostel Deutschlands“, hielt Taufen für ungültig, die ein Priester aus Virgils Umfeld in fehlerhaftem Latein gespendet hatte. Virgil hingegen vertrat die Auffassung, dass diese Taufen gültig seien, weil der Priester mit der rechten Absicht gehandelt habe. Bonifatius zeigte Virgil deshalb in Rom beim Papst an und sprach sich gegen dessen Ernennung zum Salzburger Bischof aus.

Später verschärfte sich der Konflikt weiter. Bonifatius warf Virgil vor, gefährliche Lehren zu verbreiten. So vertrat Virgil die Ansicht, die Erde habe Kugelgestalt und auf der gegenüberliegenden Erdhalbkugel könnten ebenfalls Menschen leben. Bonifatius befürchtete, dies stehe im Widerspruch zur Heiligen Schrift, und brachte seine Beschwerden erneut in Rom vor. Der Streit fiel in die Amtszeit von Papst Zacharias (741–752), der jedoch keine eindeutige Entscheidung traf.

Nach dem Tod des Bonifatius im Jahr 754 verlor die Auseinandersetzung weitgehend an Bedeutung. Virgil konnte sein Wirken in Salzburg ungehindert fortsetzen und wurde schließlich zum Bischof geweiht. Heute werden sowohl Bonifatius als auch Virgil von der katholischen Kirche als Heilige verehrt.

 

Die Mission Virgils

Die Missionstätigkeit Virgils reichte über die Gebiete der heutigen Steiermark und Kärntens hinaus bis weit in das heutige Ungarn. Zugleich förderte er die Verehrung seines Vorgängers Rupert. Am 24. September 774 ließ er dessen Gebeine im neu erbauten Salzburger Dom beisetzen. Dort fand nach seinem Tod am 27. November 784 auch Virgil selbst seine letzte Ruhestätte.

Ich habe die Gräber der beiden Heiligen bereits mehrmals besucht. Rupert und Virgil sind nicht nur die Patrone Salzburgs, sondern auch die Patrone meiner Heimatdiözese Graz-Seckau.

 

Karl Veitschegger

 

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