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Karl Veitschegger (2025) Papst Pius X. (1903-1914) – 14. August Ein Bauernsohn wird Papst Als Schüler las ich die Romanbiographie
„Brennendes Feuer“ von Wilhelm Hünermann über Pius X. Da imponierte mir der
Heilige. Der fromme Bauernsohn und spätere Papst begann seine kirchliche
Karriere nicht als Diplomat oder Theologieprofessor wie die meisten Päpste
vor und nach ihm, sondern als Landgeistlicher, wurde ohne Doktortitel Bischof
und überraschend zum „Nachfolger Petri“ gewählt. Förderer der häufigen Kommunion Das einfache Volk liebte ihn. Ihm verdankt die
römisch-katholische Kirche die häufige Laienkommunion (nicht nur einmal oder
zweimal im Jahr oder in Todesgefahr wie früher) und die Praxis der
Kinderkommunion. Die Tradition der Erstkommunionfeiern ist also nicht so alt,
wie manche meinen. Dass der Papst damit die altkirchliche Reihenfolge der
Sakramente (Taufe – Firmung – dann erst Zulassung zur Eucharistie)
durcheinanderbrachte, störte ihn nicht (für die Ostkirche ein theologischer
Fauxpas). Antimodernist Wo ich mir schwer tue mit diesem Papst ist sein
fanatischer Antimodernismus. Er lehnte jede Versöhnung der Theologie mit den
Idealen der Aufklärung und modernen Wissenschaft ab, verpflichtete Priester
zum „Antimodernisteneid“, ja betrieb sogar ein
innerkirchliches Spitzelwesen. (Die ultrakonservative „Piusbruderschaft“
nennt sich übrigens nach ihm.) Viele nötige Reformen wurden damals
verhindert, manches konnte erst das II. Vatikanische Konzil durchsetzen. Zu
vieles stockt noch immer. Pius X., persönlich ein frommer und bescheidener
Mensch, wurde 1954 von Pius XII. heiliggesprochen. Karl Veitschegger Zurück zur Startseite von Karl Veitschegger Zurück zum Menü „Meine Artikel, Referate, Skizzen ...“
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