Karl Veitschegger (2023/26)

 

Heilige Marta von Betanien – Jüngerin Jesu


 

Die heilige Marta (auch Martha) lebte zur Zeit Jesu in Betanien. Der in der Bibel mehrfach genannte Ort heißt heute al-Eizariya („Ort des Lazarus“), liegt im Westjordanland und grenzt direkt an Ost-Jerusalem. Den 29. Juli als liturgischen Gedenktag teilt sich Marta mit ihren Geschwistern Maria und Lazarus. Sie wird traditionell als Patronin der Gastwirtinnen, Köchinnen, Kellnerinnen und Wirtschafterinnen verehrt. Auch das Gästehaus im Vatikan ist nach ihr benannt. Das hat einen biblischen Grund.

 

Praktikerin

Das Lukasevangelium (10,38-42) erzählt: Jesus „kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.“ Während Maria dem Besucher Jesus aufmerksam zuhörte, war Marta mit Essenszubereitung und Hausarbeit beschäftigt. Als Marta sich über die mangelnde Mithilfe ihrer Schwester beklagte, antwortete ihr Jesus: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.“ – Hat Jesus gemeint, dass es manchmal wichtiger ist, dem Gast Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, als ihn betriebsam zu bewirten?

 

Freundin und Bekennerin Jesu

Das Johannesevangelium (11, 5) bezeugt: „Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.“ Es bringt auch ihren Bruder ins Spiel und berichtet in einer hochtheologischen Erzählung, wie Jesus den toten Lazarus zurück ins Leben holt. Marta bricht Jesus gegenüber in ein Bekenntnis aus, das dem des Apostels Petrus (vgl. Mt 16,13-20) um nichts nachsteht: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ (Joh 11,27)

 

Kraftvolle Apostelin

Der Kirchenvater Hippolyt (2./3.Jh) bezeichnet die beiden Schwestern Marta und Maria, die er mit Maria Magdalena gleichsetzt, als „Apostelinnen“, weil sie von Christus selbst dazu beauftragt und gesandt worden seien, am Ostermorgen den Aposteln das Evangelium von der Auferstehung Jesu zu verkünden.

Spätere Legenden würdigen Marta – ihr aramäischer Name bedeutet „Herrin“! – als kraftvolle Frau. Sie trauen ihr zu, im heutigen Südfrankreich als Missionarin gepredigt, eine Stadt vor einem Drachen beschützt, ja sogar einen Toten auferweckt zu haben. Sie steht für viele starke Frauen in der Frühzeit des Christentums.

Die Stiftskirche Sainte-Marthe in Tarascon birgt in ihrer Krypta einen römischen Sarkophag, der als Grabstätte der Heiligen verehrt wird.

 

Karl Veitschegger

 

Fêtes de la Tarasque, Tarascon:

https://www.seeprovence.com/events/calendar/tarasque-festival

 

 

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