|
Karl
Veitschegger (2024) Marias Magnifikat-Tag – 2. Juli Am
heutigen (rein kirchlichen) Feiertag „Maria Heimsuchung“ zeigt uns der
Evangelist Lukas (vgl. Lk 1,39-56) die Mutter Jesu als junge emanzipierte und
gebildete Frau: Glaube und Gerechtigkeitssinn, Demut und Selbstbewusstsein
verbinden sich in ihr auf schöne Weise. Gebildete Frau Ohne
ihren Mann — zumindest ist Josef für Lukas nicht erwähnenswert — macht sie
sich auf den 150 km langen Fußweg von Nazaret in die Nähe Jerusalems, um ihre
schwangere Tante Elisabeth zu besuchen. Als sie von dieser begeistert begrüßt
wird, antwortet Maria mit dem bekannten Magnifikat, einem Lob Gottes, das
gute Kenntnis der hebräischen Bibel voraussetzt. So spricht kein ungebildetes
Mauerblümchen, sondern eine Frau, die um ihre Würde weiß: Demut und Selbstbewusstsein „Meine
Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen
Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. [Aber!] Siehe,
von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes
an mir getan und sein Name ist heilig… Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten: Er zerstreut, die im
Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die
Niedrigen …“ Kein
Wunder, dass vor allem die Befreiungstheologie Maria als Vorbild sieht, wenn
sie für eine gerechtere Welt kämpft, in der die Würde der „Niedrigen“ und
Benachteiligten ihr gottgewolltes Recht erhält. Karl
Veitschegger Seltene
Darstellung: Maria schreibt das Magnificat (Ölgemälde von Marie Ellenrieder
1833) Zurück
zur Startseite von Karl Veitschegger Zurück zum
Menü „Mein Artikel, Referate, Skizzen ...“ Karl
Veitschegger © 2024 |