Karl Veitschegger (2025)

 

Fest Mariä Geburt (8. September)

 

Happy Birthday, Mother of Jesus!


 

Weltweit gefeiert
Die katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und die Anglikanische Gemeinschaft feiern am 8. September die Geburt der Mutter Jesu.

 

Ursprung: Jerusalem

Das Fest ist in Jerusalem im 5. Jh. entstanden, wo nach alter Tradition Maria von ihrer Mutter Anna geboren worden sein soll. (So erzählt eine christliche Schrift aus dem 2. Jh., das sogenannte „Protoevangelium des Jakobus".) Seit dem 7. Jh. ist das Fest in der gesamten Ost- und Westkirche verbreitet. Über dem vermuteten Geburtshaus Marias in Jerusalem steht seit vielen Jahrhunderten eine St. Anna-Kirche (mehrmals zerstört und wiedererrichtet, derzeit katholisch betreut).

 

Tradition – christlich und muslimisch

Dass Maria Eltern hatte und geboren wurde, ist klar. Über ihre Eltern und das „Wie“ ihrer Geburt erfahren wir aus der Bibel nichts, wohl aber, wie oben gesagt, aus frühen christlichen Schriften — und aus dem Koran! Der Koran (Sure 3) erzählt, wohl aus christlicher Tradition schöpfend, wie sich eine betagte, unfruchtbare Frau (sie wird hier Imrans Frau genannt), sosehr ein Kind wünscht. Das ersehnte Neugeborene soll Gott geweiht sein. Die Frau bittet Gott um einen Knaben, erhält aber — so ist es Allahs Wille! — ein Mädchen, das sie Maria (arabisch Maryam) nennt. Ein von Gott besonders erwähltes Mädchen! Maria, die Mutter des Messias Jesus, ist die einzige Frau, die im Koran namentlich (!) genannt wird und das gleich 34-mal!

 

Von Gott beschützt

Abū Huraira (gest. ca. 678 n. Chr.) überlieferte folgende Aussage Mohammeds: „Satan berührt jedes Kind, das geboren wird, und wenn er es berührt, erhebt es seine Stimme und weint. Das geschah mit jedem Kind außer Jesus und Maria.“

 

Heilige Geburt

Die Liturgie der Ostkirche singt zum Fest Mariä Geburt: „Deine Geburt, Gottesgebärerin, Jungfrau, hat der ganzen Welt Freude angekündigt: denn aus Dir ist die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, aufgestrahlt. Er löste den Fluch und gab den Segen; er hob den Tod auf und gab uns das ewige Leben.“

Marias Mutter, die hl. Anna, wurde übrigens von Schwangeren, Gebärenden und stillenden Müttern sehr verehrt. Es ist bedeutsam, dass im altchristlichen Festzyklus Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt, also „klassische Frauenthemen“, vorkommen und als spirituelle, ja gott-nahe Ereignisse dargestellt werden.

 

Segen

Ein volkstümlicher Spruch in meiner Heimat lautet: „Zu Mariä Geburt flieg‘n die Schwalb‘n wieder furt.“ — Der Herbst klopft an. Möge er gut zu uns sein, vor allem zu allen, für die Anfang September die Schule oder den Kindergärten beginnt!

Gott segne euch alle!

 

Karl Veitschegger

 

„Wir können uns bis heute nicht des Segens erfreuen, der uns in Christus zuteilwird, ohne gleichzeitig an das zu denken, was Gott Maria als Schmuck und Ehre gegeben hat, indem er sie als Mutter seines eingeborenen Sohnes gewollt hat“.

Johannes Calvin (1509-1564), Reformator

 

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