Karl Veitschegger (2024)

 

Hl. Margareta von Antiochien (+305) – Gedenktag: 20. Juli

 


 

Eine mir vertraute Heilige

Da ich in unmittelbarer Nähe einer der hl. Margareta geweihten Kirche aufgewachsen bin, war ich schon als Kind mit dem Bild der Heiligen vertraut: eine junge Frau, die mit einem Kreuz in der Hand einen Drachen in Schach hält. Am 20. Juli gab es in dem kleinen Gotteshaus durch viele Jahrzehnte einen Festgottesdienst mit Chorgesang und rund um die Kirche den beliebten Maragaretenkirtag.

 

Tapfere Frau

Margareta (Margaretha, Margarita; in der Ostkirche auch Marina genannt) ist eine der unzähligen Frauen, die in der katholischen und orthodoxen Kirche als Heilige verehrt werden. Ihr Name (griech. Μαργαρίτης) bedeutet „Perle“ und war in der Antike auch der Kosename für eine Frau, die „mann“ liebte. Sie lebte wohl in Antiochien in Pisidien (heute Antakya, Türkei). Historisch Nachprüfbares wissen wir wenig über sie. Sie soll die Tochter eines heidnischen Priesters gewesen sein, der ihr verbot, Christin zu werden, und sie obendrein zwingen wollte, einen Mann seiner Wahl zu heiraten. Wie viele junge Christinnen ihrer Zeit lehnte sie Zwangsehe und Glaubensabfall ab und bezahlte ihre Standhaftigkeit mit dem Leben.

 

Die Schöne und das Biest

Als Bub war ich fasziniert, dass der Hochaltar in unserer Kirche das Bild einer Frau zeigte, die einen Drachen besiegt haben soll. Eine tiefenpsychologisch interessante Legende erzählt nämlich, Margaretha sei in einer Vision von einem Drachen verschlungen worden; sie aber betete im Innern des Drachens vertrauensvoll zu Gott und als sie das Kreuzzeichen machte, barst das Ungeheuer entzwei und sie war frei. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!“ (Paulus) Sie kämpfte tapfer gegen Zwangsehe und für Glaubensfreiheit.

 

Feindesliebe

Eine andere Legende erzählt, ihre Begegnung mit dem Bösen sei so verlaufen: Sie habe vor ihrer Hinrichtung für ihre Feinde gebetet und, als ihr im Gefängnis der Teufel als gewaltiger Drache erschien und Angst machen wollte, habe sie, die zarte Frau, ihn mit einem Kreuz unschädlich gemacht. Sanft-Mut (!) und liebender Glaube sind eben letztlich stärker als das Böse.

 

Freundin im Himmel

Wegen ihrer Schönheit gilt sie als Patronin gegen Hautunreinheiten und andere Beeinträchtigungen körperlicher Schönheit. Aber auch junge Mädchen, Frauen, Gebärende, Hebammen, Bauern und Bäuerinnen und alle, die schönes Wetter für ihre Arbeit brauchen, verehren sie als besondere Freundin im Himmel. Schönheit, Rettung und Freiheit sind die Themen, für die sie steht.

 

Karl Veitschegger (2024)

 

PS: Zu meinem Heimatort Kapellen: Die „Chapellen“ Hl. Margaretha an der Mürz, sicher schon im 12. Jh. begründet, 1329 urkundlich erwähnt, gehört von 1460 bis 1786 zum Stift Neuberg, und ist seit 1859 eigene Pfarre. Das Haus gegenüber der Kirche, in dem ich geboren wurde, wurde 1387 erstmals urkundlich erwähnt (Besitzerwechsel).

 

 

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