Karl Veitschegger (2026)

 

15. März

Klemens Maria Hofbauer (1751-1820)

 


 

Vom Bäckerjungen zum Apostel von Wien

„Wortgewaltig, umtriebig, polarisierend“ (Rupert Klieber) soll der Tagesheilige des 15. März gewesen sein. Aus einer „streng katholischen“ 14-köpfigen Familie in Mähren stammend, in der Polnisch und Deutsch gesprochen wurde, arbeitete er sich vom einfachen Bäckerjungen in Znaim zum populären Seelsorger hoch. 1785 empfing er die Priesterweihe, nachdem er sich ein Jahr zuvor dem Orden der Redemptoristen angeschlossen hatte. Warschau und Wien waren dann die Hauptorte seines pastoralen Wirkens. Seine Verehrer und Verehrerinnen nannte ihn bald „Apostel von Wien“ und seit 1914 ist er offizieller Stadtpatron von Wien.

 

Ein Mann starker Gefühle

Mit der Philosophie und der zum Teil kritischen Theologie seiner Zeit (Aufklärung) konnte er schon während seines Studiums in Wien nicht viel anfangen. Eine barocke, gefühlsbetonte Frömmigkeit lag ihm viel näher. Diese machte er auch zum Instrument seiner erfolgreichen Mission. Glaubenszweifel hatte er angeblich nie.

Üppige Gottesdienste mit viel Schmuck und Weihrauch brachten ihn in Konflikt mit dem Staat, der seit Kaiser Joseph II. (auch) der Kirche Schlichtheit verordnet hatte. Das verursachte viel Widerstand und Streit. Übertreibungen gab es damals wohl auf beiden Seiten.

 

Verehrer und Verehrerinnen

Klemens wurde jedenfalls zum Kopf einer Bewegung, die sich gegen die Einseitigkeit der Aufklärung zur Wehr setzte. Adelige Damen, die ihn sponserten, aber auch viele arme Leute und bekannte Dichter der Romantik, darunter Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff, liebten den Redemptoristenpater für seine Art der Seelsorge und fanden durch ihn wieder Freude am katholischen Glauben.

 

Er ist nicht unbedingt ein Heiliger nach meinem Geschmack (was nicht wichtig ist), aber ich glaube, es braucht auch solche Persönlichkeiten in der Kirche. Das Katholische ist weiter, bunter, dialektischer, als viele wahrhaben wollen. Wichtig ist, dass durch engagierte Menschen mehr Liebe in unsere Welt kommt.

Karl Veitschegger

 

 

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