Karl Veitschegger (2024)

 

Heilige Gertrud von Helfta (+ 17.11.1302?)


 

♦️Gertrud kommt als Waisenkind in das Zisterzienserinnen-Kloster Hefta, wo ihre Begabungen früh erkannt und auch gefördert werden. Die Nonnen von Helfta sind damals sehr selbständige und gebildete Frauen.

 

♦️Gertrud wird selbst Nonne und widmet sich ab ihrem 24. Lebensjahr dem Studium der freien Künste und der Theologie. Sie erforscht die Kirchväter und übersetzt auch Teile der Bibel ins Deutsche (lang vor Luther).

 

♦️Nach einer Lebenskrise wird sie zu einer wichtigen Gestalt jener selbstbewussten Spiritualität, die gebildete (Ordens-) Frauen des 13. Jahrhunderts auszeichnet.

 

♦️Bekannt ist ihre mystische Begabung. Sie hat Visionen, die sie auch aufzeichnet. Christus bewegt sie darin z. B. zur Feindesliebe. Er sagt ihr, wichtiger als eine Partikel vom Hl. Kreuz zu verehren, sei es, das Gebet des Gekreuzigten für die Feinde nachzuahmen.

 

♦️Im Zenrum ihres Werkes steht die Botschaft von der Liebe Gottes. Selten in der Geschichte des Christentums wurde Gott so ausschließlich als Liebe gesehen wie in Gertruds Schriften — „Amor deus: Gott-Liebe“ ist hier der Gottesname.

 

♦️In einer Vision erhält sie auch diese Zusage: „Nimm den Heiligen Geist in dich auf: Denn denjenigen, deren Sünden du vergibst, sind sie vergeben. Da erwiderte sie: Herr, wie kann dies sein, da diese Macht des Bindens und des Lösens allein den Priestern gegeben ist? Der Herr antwortete: Wenn du, durch das Urteil meines Geistes, jemand für unschuldig hältst, so werde ich diesen auch für unschuldig halten … Denn ich werde durch deinen Mund sprechen.“

(Legatus IV, xxxii, S. 27-37)

 

♦️Gertrud starb im Alter von höchstens 46 Jahren Mitte November 1301 oder 1302.

 

 

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