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Karl Veitschegger (2025) Notiz zu Genesis 1: Freiheit –
Verantwortung – Segen „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde …“ — Die
Bibel beginnt mit einem kunstvollen Gedicht (Genesis 1,1-2,4). Es ist
inzwischen allgemein anerkannt, dass das kein „Sachtext“ über die
Weltentstehung ist, sondern Poesie, die den tieferen Sinn der Welt erschließen
will. Das zeigt sich besonders schön im hebräischen
Urtext. Aber auch im deutschen Text kann man einiges davon gut erkennen. So
kommt das Wort „Gott“ 35-mal vor: fünf mal sieben. Fünf ist in vielen
östlichen und westlichen Kulturen die Zahl der Liebe, aber auch des Schaffens
und der Praxis (Hand hat fünf Finger). Sieben gilt biblisch als Zahl der
Fülle. Das Ganze ist unschwer zu deuten: Die Welt kommt aus der „Hand“ eines
liebenden Gottes, aus seiner Fülle! Aber die Welt ist in diesem Hymnus kein Teil von
Gott, sondern etwas Selbständiges. Wir lernen: Gott lässt seiner Welt viel
Freiheit, alles darf sich innerhalb der „Naturgesetze“ entfalten: die Dinge,
die Pflanzen, die Tiere, der Mensch … Gott geht dieses Risiko des „Zufalls“
und der „Freiheit“ ein (heute sagen wir dazu „Evolution“). Gott greift nicht dauernd ein, aber begleitet
seine Schöpfung, ruft sie zum Guten — biblisch gesprochen: „segnet“ sie. So
wirkt Gott in seiner Schöpfung und durch sie. Man könnte auch sagen, Gott
bleibt „im Gespräch“ mit den Geschöpfen (zehnmal steht im Text: „Gott
sprach“!), er bewegt und lockt sie, ohne sie zu zwingen. Der Mensch als „Bild Gottes“ hat viel Freiheit
und Kreativität, aber damit auch große Verantwortung. Er kann diese Freiheit
missbrauchen, kann willkürlich und zerstörerisch handeln, kann Lawinen des
Bösen lostreten. Aber er kann auch Segen sein, wenn er auf Gottes Ruf zum
Guten hört … Karl Veitschegger Zurück zur
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