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Karl Veitschegger (2025) Apostel Bartholomäus – 24. August „Bartlmä“ – ein
Lostag Vier Monate vor dem
Heiligen Abend wird Sankt Bartholomäus gefeiert: „Bartlmä“,
sagt man in der Steiermark, wo auch behauptet wird: „Wie Sankt Bartlmä sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.“ Wir
werden ja sehen. Bartholomäus Natanael Eine lange Tradition
setzt den Apostel Bartholomäus aus den ersten drei Evangelien mit dem Jünger
Natanael im Johannesevangelium gleich. Das liegt wohl darin, weil
Bartholomäus bzw. Natanael mehrmals in einem Atemzug mit dem Apostelkollegen
Philippus genannt wird. So sah man in Bartholomäus und Natanael ein und
dieselbe Person, die eben einen Doppelnamen trägt (ähnlich wie Matthäus –
Levi). Manche Legenden sehen in ihm auch den Bräutigam der Hochzeit zu Kana
(vgl. Johannes 2). Aus dem Johannesevangelium „In jener Zeit traf
Philíppus den Natánaël und sagte zu ihm: Wir haben
den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben
haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natánaël zu ihm: Aus
Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philíppus
antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natánaël auf
sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne
Falschheit. Natánaël fragte ihn: Woher kennst du
mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philíppus
rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natánaël
antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem
Feigenbaum sah; du wirst noch Größeres als dieses sehen.“ (Johannes 1,45-50) Ein kritischer Jünger Offensichtlich schätzt
Jesus diesen kritischen Jünger, der sich nicht verstellt, sondern offen sagt,
was er denkt, aber auch bereit ist, durch persönliche Erfahrung sein
Vorurteil zu ändern. Was hier in dichter Form geschildert wird, mag ein
längerer Prozess gewesen sein. Man sieht jedenfalls daraus: Jesus holt keine
unkritischen Ja-Sager in sein Team. Er will überzeugen, nicht überreden oder
verführen. Die Tradition sieht in
Bartolomäus-Natanael einen Gelehrten und erzählt,
er habe später vor allem in Indien und Armenien als Glaubensbote gewirkt.
Dort soll ein christenfeindlicher Herrscher befohlen haben, ihm bei
lebendigem Leibe die Haut abzuziehen. Daher wird er oft mit seiner abgezogenen
Haut in der Hand dargestellt. So auch in der Kirche meiner Kindheit, wo ich
immer mit einem gewissen Grusel zu ihm emporschaute. Seine Patronate Folgende Berufe haben
ihn als besonderen Freund im Himmel erwählt: Dermatologen, Bergleute,
Landwirte, Winzer, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider,
Bäcker, Metzger, Buchbinder und Öl- und Käsehändler. Heute vielleicht auch
die Frauen in all diesen Berufen. Er gilt als gute Adresse bei Haut- und
Nervenkrankheiten, sagt der Volksglaube. Karl Veitschegger Zurück zur
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